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Alemitu Kasim

Wenn man Alemitu zum ersten Mal trifft, denkt man nicht, dass das fröhliche 10 Jahre alte Mädchen mit dem schönen Lächeln eine so lange und schwere Krankheitsgeschichte hat.

Alemitu klagte seit einem  Jahr über starke Schmerzen im Oberbauch und im rechten Brustkorb. Dazu fühlte sie sich im Vergleich zu anderen Kindern immer schwach. Ihre Eltern gingen mit ihr zu mehreren Ärzten, auch bekam sie verschiedene Medizin, doch nichts half ihr wirklich. Schließlich kam sie ins Krankenhaus nach Hawassa. Dort stellte das Team um Dr. Wondmagegn Gizaw mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung fest, dass Alemitu an einer „zystischen Echinokokkose“ leidet. Dies ist eine durch den Hundebandwurm („Echinococcus granulosus“) verursachte Erkrankung, die zur Bildung von Zysten, auch Echinokokkenblasen genannt, insbesondere in Lunge und Leber führt und Schmerzen sowie Abgeschlagenheit verursacht.

Der Parasit wird von Hunden, Schafen oder Ziegen auf den Menschen übertragen. Auch Alemitu hatte sich so angesteckt. Die Ärzte fanden zwei etwa tennisballgroße Echinokokkenblasen, eine in der Lunge und eine in der Leber, und damit die Ursache ihrer Beschwerden.

Zunächst musste Alemitu über mehrere Monate ein Medikament gegen den Parasiten einnehmen. Nach Verzögerungen durch Geräte- oder Elektrizitätsausfall im OP sowie anderen Notfalloperationen konnte Alemitu schließlich nach sechs Monaten operiert werden.

Im Dezember 2019 wurde Ihr die Echinokokkenblase in der rechten Lunge entfernt. Die Operation verlief gut, jedoch hatte die Infektion durch den Parasiten zu einer Verbindung zwischen den Luftwegen der Lunge, den Bronchien und der Brusthöhle geführt („bronchopleurale Fistel“), so dass Alemitu einen Ableitungsschlauch aus dem Brustkorb benötigte: Mit Hilfe dieser Thoraxdrainage wurden kontinuierlich Luft und Entzündungsflüssigkeiten aus dem Brustkorb abgesaugt. 6 Wochen musste Alemitu mit der Drainage im Krankenhaus bleiben, dann war die unnatürliche Verbindung geheilt und der Schlauch konnte entfernt werden.

Nun hat sich Alemitu soweit erholt, dass die Echinokokkenblase aus der Leber entfernt werden konnte. Diese Operation wurde im März 2020 vom Kinderchirurgen Dr. Peter Zimmermann von der Stiftung Kinderchirurgie gemeinsam mit Dr. Wondmagegn Gizaw erfolgreich am 12.03.2020. durchgeführt.

Nach ein paar Tagen konnte Alemitu das Krankenhaus endlich mit ihren Eltern, die in dieser schweren Zeit nie von ihrer Seite gewichen sind, nach Hause entlassen werden. Nun kann sie endlich wieder mit ihren Freunden spielen. Nächstes Jahr möchte das tapfere Mädchen in die Schule gehen.

Wir wünschen ihr alles Gute für ihre Zukunft!

Amir Nuredin

Als Amir draußen auf der Straße mit seinen Freunden Fußball spielte wurde er von einem Auto angefahren. Er erlitt eine komplexe Verletzung, unter anderem am Anus. Der 12 jährige Junge wurde ins Krankenhaus in Hawassa gebracht. Hier wurde eine tiefe Wunde am Damm mit Zerreißung des Schließmuskels diagnostiziert.

Da die Wunde stark verschmutzt war bestand ein hohes Risiko für eine Entzündung und potentiellen Verlust der Stuhlkontinenz. Dr. Wondmagegn Gizaw reinigte die Wunde und legte einen künstlichen Dickdarmausgang an, damit kein Stuhlgang über die Wunde laufen konnte. Die Rekonstruktion des Schließmuskels sollte drei Tage später erfolgen.

Aufgrund fehlender Elektrizität im Operationsaal konnte die OP erst jetzt, zehn Tage nach der Verletzung durchgeführt werden.  Die aufwendige Operation erfolgte zusammen mit dem Kinderchirurgen Dr. Peter Zimmermann am 11.03.2020. Das durch die Entzündung und lange Wartezeit entstandene Narbengewebe wurde entfernt und Schließmuskels rekonstruiert.

Bei der Visite am nächsten Tag konnte der tapfere Junge schon wieder lächeln. Er freut sich, dass er bald wieder in die Schule gehen kann. Der künstliche Dickdarmausgang soll in sechs Wochen wieder verschlossen werden.